Neue Aktionsideen

Die 50 Aktionen des Buches sind ein Auftakt, eine erste Anregung. Es müssen noch viel mehr werden, damit die Zivilgesellschaft politischen Einfluss gewinnt. Das Projekt setzt auf die Ideen der Mitmacher!

Mailen Sie Ihre Ideen zu weiteren Aktionen an feed-back@anleitungen-buergerproteste.de! Wenn Sie auch gleich eine genauere Beschreibung der Aktion hinzufügen – umso besser! Ziel der Aktionen ganz allgemein: Politischer Druck zur Beseitigung öffentlicher Missstände, den jeder mit einer Aktion erzeugen kann.

Wir werden die eingegangen Vorschläge zusammenfassen und auf dieser Webseite veröffentlichen. Außerdem werden sie in der Ebook-Version des Buches laufend eingearbeitet. Auf diese Weise wächst das Projekt mit den Erfahrungen seiner Mitmacher!

Aktionsideen aus der Community

24.11.14 Weitere Vorschläge

Sehr geehrter  Herr Honolka,
Weitere Vorschläge wären:
1. Amazon meiden, solange diese nur 2% Steuern zahlen
2. Amazon-Kreditkarte zurückgeben, sofern vorhanden
3. Nicht über google, sondern über ixquick suchen [versteckt die IP-Adresse, gegen big data und Suchvorschläge]
4. Google-mail meiden, gegen Spionage
5. “Support your local dealer”, regional(e Produkte) einkaufen, gegen Monopole
Mit freundlichem Gruss,
Ailt Ladwig

Lieber Herr Ladwig,

gute Vorschläge, zum Teil sind sie auch schon im Buch beschrieben!

Harro Honolka

22. Oktober 2014 – Ein Wandkalender zu gesellschaftspolitischen Themen

Ein Astronaut, der Denkanstöße gibt und zur Diskussion anregt:
Der weltbekannte Pirelli-Wandkalender bekommt Konkurrenz: Statt mit schönen  Frauen und nackter Haut will der “Protestonaut-Kalender 2015″ allerdings mit wichtigen gesellschaftspolitischen Themen provozieren, wie Bildung, Datenschutz, Pressefreiheit und Klimaschutz. Auf allen Monatsmotiven taucht ein Astronaut auf, den die Kalendermacher Protestonaut (von lat.: protestari – öffentlich bezeugen und griech.: -naut – Matrose) getauft haben. “Der Kalender  ist ein Impulsreferat in gedruckter Form, das zur Diskussion mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen einladen soll”, sagt die Fotografin Sophia Lukasch über das Kunstprojekt. Die kurzen Begleittexte zu den Fotos stammen von Alexander Hauk. Zahlen, Daten und Fakten aus Studien, Fachbüchern und Medienberichten dienten dem in Berlin und Hamburg lebenden Diplom-Politologen als Quelle. So greift zum Beispiel das Mai-Kalenderblatt das Thema Bildung auf. Gezeigt wird der Protestonaut im Hörsaal einer Universität. Dazu informiert ein kurzer Text: “In Deutschland entscheidet die soziale Herkunft maßgeblich über den Bildungsweg. Nur 17 Prozent der Studenten stammen aus Arbeiterfamilien.” Die Idee hinter dem Protestonaut-Kalender erklärt Hauk so: “Im All haben Astronauten einen außergewöhnlichen Blick auf die Erde und schweben über Problemen des blauen Planeten.” In dem Kostüm könnte jeder stecken: die Verkäuferin, der Bankangestellte, die Lokalpolitikerin, der Student, die Managerin, der IT-Fachmann, die Leserbriefschreiberin, der Arbeitssuchende, die Lehrerin, der Privatier. Rund ein halbes Jahr lang haben Lukasch und Hauk in ihrer Freizeit an dem Kalender im DIN-A3-Format gearbeitet, der ursprünglich nur für Familie und Freunde geplant war und jetzt für 15 Euro erhältlich ist (ISBN 978-3981672534). Für die Aufnahmen waren sie in ganz Deutschland unterwegs:
“Wir konnten nicht alle Motive und Themen im Kalender unterbringen und haben  noch genug Ideen für eine Fortsetzung”, so Lukasch. Im kommenden Jahr werden die Motive bundesweit ausgestellt. Im Moment sind Lukasch und Hauk auf der Suche nach geeigneten Ausstellungsorten. Weitere Informationen über den Kalender: www.protestonaut.de

von Sophia Lukasch aus Hamburg


 

18 August 2014 – Was tun? Wir können die frechen Versicherungsunternehmen gewaltig nerven!

Man sollte die Versicherungsgesellschaften, die ihre Kunden bei den Lebensversicherungen seit Jahren gewaltig übers Ohr hauen, nicht ungeschoren lassen! Ein bis zum Ende gehaltener Vertrag rentiert sich inzwischen kaum noch, Kritiker sprechen von massenhaftem Betrug.

Wir können die frechen Versicherungsunternehmen gewaltig nerven und obendrein davon profitieren. Das funktioniert aber nur bei sogenannten kapitalbildenden Lebensversicherungen und auch hier nur unter bestimmten Bedingungen (die geschätzte 30% dieser Lebensversicherungen erfüllen). Um zu prüfen, ob Sie mit Ihrer Lebensversicherungen in Frage kommen, unternehmen Sie folgende Schritte:

1. Erster Schritt: Prüfen Sie, ob Ihnen Geld nach dem 01.01.2010 aus einer Kapitallebensversicherung  zugeflossen ist, oder ob Sie eine solche Lebensversicherung ab dem 01.01.2010 gekündigt haben. Oder, ob  Sie noch über eine ungekündigte Lebensversicherung verfügen. Checken Sie hierzu Ihre Versicherungsunterlagen und Ihre Kontoauszüge. Oder fragen Sie den Makler, der Ihnen die Versicherung verkauft hat, einen Versicherungsvertreter oder die Versicherung, sie sind zur Auskunft verpflichtet. Anleitungen und Muster zum Fragen finden sie im Internet.

2. Wenn Ihnen aus Ihrer Lebensversicherung bereits Geld zugeflossen ist, könnten sie versuchen, den inzwischen toten Vertrag wieder lebendig zu machen, um ihn dann „rückabzuwickeln“. Das geht aber nur, wenn Sie dafür im Vertrag einen Ansatzpunkt, einen „Widerspruchsjoker“, finden. Solche Ansatzpunkte sind beispielsweise eine fehlende oder falsche Widerspruchsbelehrung. Lesen Sie den Vertragstext dahingehend mit einem Rechtsanwalt, mithilfe einer Verbraucherberatung oder des Bundes der Versicherten durch!  Bei einer Rückabwicklung werden sowohl Ihre früher gezahlten Prämien als auch die bereits zugeflossenen Gelder zurückgerechnet und Sie bekommen die Differenz ausgezahlt. Das ist günstig für Sie, da Ihnen satte Zinsen für die Prämien gut geschrieben werden, etwa 7%, das ist weit mehr, als wenn Sie das Geld angelegt hätten!

3. Wenn Ihnen aus der Lebensversicherung noch kein Geld zugeflossen ist, der Vertrag also noch läuft, müssen Sie prüfen, ob es sich lohnt, ihn zu kündigen und sich die Versicherungssumme auszahlen zu lassen. Für diese Prüfung sind zwei Aspekte wichtig: einmal, ob Zeitvorlauf und Vertragstyp einen vorherigen Ausstieg sinnvoll erscheinen lassen. Dies kann nur ein Fachmann entscheiden. Fragen Sie beim Bund der Versicherten an oder bei einem hierauf spezialisierten Verbraucherverein. Ein zweiter Aspekt sind die Justizkosten. Denn wenn Sie jetzt kündigen und Ihnen der sogenannte Rückkaufswert  zu gering erscheint, müssen Sie den überprüfen und nachfordern. Das wird nicht ohne Prozess gehen, denn die Versicherungen sind hartleibig und prozessieren bei Nachforderungen aus Prinzip. Prozessieren kostet  aber Geld, zumindestens zunächst.  Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, die für diesen Zweck genutzt werden kann, empfiehlt es sich fast immer, zu kündigen. Dann nämlich können sie abwarten, wie hoch der Rückkaufswert ist und gegebenenfalls von der Versicherung Nachprüfung und Nachschlag einklagen. Die Rechtsschutzversicherung deckt die
die Prozesskosten. Allerdings sollte bei der Rechtsschutzversicherung vorher angefragt werden. Die hat kein Interesse,  Prozesse gegen ihre Schwester- oder Muttergesellschaften zu finanzieren. Am Besten, Sie überlassen die Kündigung oder die Rückabwicklung einem Anwalt, denn  Sie brauchen sowieso einen, aber er muss in Versicherungsfragen fit sein.
Falls Sie erfolgreich kündigen konnten und die Versicherungssumme eingestrichen haben, können Sie die Versicherung weiter piesacken, sofern Sie den unter 2. genannten Widerrufsjoker verfügen. Sie dürfen nach der neueren Rechtssprechung zusätzlich auf Rückabwicklung  klagen und dürfen auf weitere Zahlungen hoffen.
Beide Aktionen – Rückabwicklung oder Kündigung –  sind nicht ganz einfach und man muss sich auf eine Durststrecke von zwei Jahren einstellen, da sich die Versicherungen immer gerichtlich wehren. Aber es lohnt sich: Sie können mit bis zu 10% der Versicherungssumme rechnen. Das juristische Risiko ist bei richtiger Vorgehensweise gering, die Rechtssprechung segnet Kündigungen oder Rückabwicklungen von Verträgen ab.   Das wissen die Versicherungen auch, deswegen haben sie einen Fond von 10 Milliarden (!) für solche Forderungen angelegt. Mitleid mit den Versicherungen ist nicht angebracht. Sie haben mit einem Heer von Vertretern 80 Millionen Versicherungen in den Markt gedrückt und damit lange Zeit riesige Renditen erwirtschaftet. Der Europäische Gerichtshof hat die Bundesregierung inzwischen dazu verdonnert, die für die deutschen Versicherungen zu günstigen Vorgaben zu ändern und dem europäischem Niveau anzupassen.

Näheres unter www.ra-rieger.de                              (Update vom 28. Oktober 2014)

Lieber Herr Rieger,

in der Tat, das würde die Versicherungen empfindlich treffen! Aber: man sollte den politischen Sinn der Aktion stärker herausarbeiten!

Harro Honolka


 

14. April 2014 – Fenster im Erdgeschoss nutzen.

Zur Aufklärung anderer Bürger bzw. Schaffung von Transparenz und damit auch Druck auf Politiker nutze ich meine EG-Fenster als “Schaufenster”, d.h. ich gestalte sie thematisch mit meinem Protest (z.B. gegen Atomkraft, Gentec, TTIP, uvm.). Das geht entweder mit selbst gemalten Protestplakaten, Flyern oder Fertigplakaten von NGOs (notfalls verkleinern durch Zurechtschneiden und neu-Zusammenkleben für die Fenstermaße) oder auch mit Zeitschriften-Covern (z.B. “BIG Business Crime”) und/oder Buchummantelungen (vorn+hinten auf Hartpappe geklebt z.B.) – u.U. auch mit weiteren dekorativen Blickfängen als Hingucker `geschmückt`…………. Gerade in unserer – vom demographischen Wandel, also Geschäftsleerständen geprägten – Kleinstadt schauen sich etliche Leute gern die immer wiedermal neu dekorierten Fenster an und beschäftigen sich so mit den Themen ! Z.T. wurde schon lebhaft vor der Fenstern diskutiert……….


 

29. August.2013 –  Bürgerproteste als Webtipp in der Mail-Signatur

Liebe Runde,

so wie ich jede Woche einen Webtipp in der Signatur meiner Mail anzugeben, so können gute Ideen weiter transportiert werden… das habe ich von meiner Nachbarin geklaut ;-))

Liebe Grüße

L.Wuillemin@merkwelt.de

Mein Webtipp der Woche:

Eine Gesellschaft, die Schlachthäuser und Schlachtfelder verkraftet, ist selber schlachtreif. K-H. Deschner


 

14. August 2013 – Gefälschte (wahre) Pressemitteilungen verfassen

(eingegangen per Post):

Gerne unterstützte ich dieses vorbildliche Projekt und liefere einen weiteren Vorschlag: Eine gefälschte (wahre) Pressemitteilung.

Aktion: Auf echte Studien gestützte und mit echten Zitaten angereicherte Pressemitteilung verfassen und an Medien senden.

Wirkung: Je nach Medienaufmerksamkeit. Bei Veröffentlichung sehr hoch.

Aufwand: Recherche nach Zahlen, Daten, Fakten, Studien und Zitaten.

Risiken: sind im Straßenverkehr sicher höher.

Spaßfaktor: bei Veröffentlichung sehr hoch.

Das Beispiel einer original-gefälschten Pressemitteilung wurde auf www.medizinifo.de veröffentlicht. Sie finden die PDF-Datei, wenn Sie bei Google den Suchbegriff “ISNM spricht sich für Mindestlöhne aus” eingeben.

Ein Leser, Paris

 

Lieber anonymer Pariser Leser,

interessante Idee, aber man sollte die politische Wirkung der Aktion genauer erläutern, am Besten an Hand des Beispieles,

Harro Honolka


 

19. August 2013 – Beschwerdechöre

Hallo,

schon von Beschwerdechören/Nörgelchören gehört? Man protestiert singend gegen örtliche oder allgemeine Missstände. Man singt, rappt sich seinen Ärger vom Leibe und es muss nicht unbedingt schön oder professionell sein. Hauptsache, der Anlass kommt rüber.  Auch als einzelnen Sänger kann man loslegen. Entweder, man stellt das Ergebnis auf Youtube ein oder tritt in Theatern, auf Events oder auf der Straße auf. In Hamburg gibt es so eine Gruppe. Ein Beschwerdechor aus Birmingham wurde mit seinem Protestlied „I want my money back“ auf Youtube 700 000 mal angeklickt. Was haltet Ihr davon?

Dorothea Baur, München


 

12. August 2013 – Öffentlich Subversive Bücher lesen

Neuer Vorschlag:
In öffentlichen Verkehrsmitteln, in Gaststätten und Cafès könnt Ihr an exponierter Stelle so in einem “subversiven” Buch lesen, dass der Buchtitel für andere Gäste gut lesbar ist – besonders wirksam vor dem Straßencafé neben dem Rad-/Fußweg, wenn Ihr ein freundlich-freches Lächeln oder Grinsen im Gesicht habt und vielleicht noch auf der am Boden liegenden Tasche ein großes (attac-) Logo prangt…. ;-)

Manchmal ergeben sich hieraus ganz interessante Gespräche!

Einstweilen solidarische Grüße – gelegentlich werde ich mich wieder melden ;-)

Manfred Bauer, München


 

8. August 2013 –  Protestsparen

Hallo zusammen,

auf der Webseite der Bewegungsstiftung habe ich folgenden Vorschlag gefunden: “Protestsparen”. vorgeschlagen. Man legt ethisch-nachhaltig bei der Bewegungsstiftung an, die Zinsen gehen an Protestbewegungen.  Marianne Bauer

Hallo Marianne,

ja, wäre eine Variante zu Aktion 7!

Harro Honolka


 

7. August. 2013: Gesellschaftspolitischen Inhalte als Mail-Signatur

Hallo Harro Honolka und attacies,

eine eher unscheinbare, aber dafür einfach umzusetzende Aktionsidee:

Mail-Signaturen erstellen und verwenden mit gesellschaftspolitischen Inhalten (Beispiel siehe bitte unten).

Anlässe gibt es genügend im ökologischen oder sozialen Bereich, kann auch tagesaktuell z.B. als Veranstaltungshinweis oder auch als Literaturhinweis (z.B. für Harro`s Buch… ) formuliert werden.

Aktion: im eigenen Mailprogramm wird ein Text eingerichtet, der entweder bei jeder oder nur bei ausgewählten Mails am Schluss angefügt werden soll, ohne jedesmal neu geschrieben werden zu müssen. Bei mehreren eingerichteten Signaturen kann von einer Mail zur nächsten problemlos zwischen den verschiedenen Signaturen gewechselt werden.

Offline-Hilfe im Mailprogramm unter “Einfügen einer Signatur in eine Nachricht”
Signaturen können einfach gesammelt in Dokumenten ausgegeben und weitergegeben werden, so dass sie nicht jede/r neu zu schreiben braucht.

Wer mehrere Mailadressen verwendet, kann bei manchen Mailprogrammen spezifisch pro Adresse bestimmte Signaturen verwenden, soviel ich weiß (?)

Wrkung: ohne belehrend zu wirken, wird der/die EmpfängerIN der Mail zum Nachdenken und zum MItmachen angeregt oder erhält Argumente für eigene Gespräche mit FreundINNen und KollegINNen

Aufwand: pro Signatur einmalig ca. 5-10 Minuten zum Einrichten; Wechseln zwischen einmal eingerichteten Signaturen geht mit ein paar einfachen Klicks (bei ein wenig Übung).

Risiken: da wir ja immer bei der Wahrheit bleiben und nie beleidigend werden und immer Autorenrechte beachten, gibt es keine Risiken; aufpassen solltet Ihr nur, wenn Ihr z.B. ausnahmsweise mal ne Mail an Euren Arbeitgeber schreibt und da bestimmte kritische Aussagen in einer Signatur nicht so hilfreich wären ;-)

Spaßfaktor: ich find`s prima!
Beispiele:

“Nach Erhebungen aus dem Jahr 2007 besitzen die reichsten 30 v.H. der Deutschen (älter als 17 Jahre) über 90 v.H. des Vermögens, und die reichsten 10 v.H. über 60 v.H. des Gesamtvermögens.”

Lieber Manfred,

gute Idee! Wie Du bereits erkannt hast: Man muss vermeiden, im beigefügten Text zu missionarisch zu wirken, das könnte von manchen Freunden als belästigend empfunden werden. Dein Beispiel erscheint mir wegen seiner lakonischen Kürze aber O.K.!

Harro Honolka 


 

7. August 2013: Farbe bekennen, Publik machen und überfordern

Hallo zusammen!

Erst einmal einfach nur ein dickes Lob. Und dann auch gleich zu meinen Ideen, denn ich mach mir auch schon längere Zeit einen Kopf darüber, wie man etwas gegen die Schieflage im Land unternehmen kann.

1. Farbe bekennen

Dazu wäre Eure Internetseite perfekt. Man weist hier diversen Missständen Farben zu, z. B. alles zu Snowden = grau, Datenschutz = schwarz… und die Leute bringen dann als Zeichen ihres Protests Bänder in den jeweiligen Farben am Auto an. Es muß nicht unbedingt das Auto sein. Denkbar wäre auch

– der Einkaufskorb,

– der Regenschirm,

– das Handgelenk,

– ein Gürtel mit den Bändern dran…

Ich kann es mir bildlich so richtig vorstellen – überall bunte Bänder, und die Nichteingeweihten fragen nach dem Sinn.

Nachteil: Es gibt nicht genug Farben, man müßte sich auf die wesentlichsten Punkte beschränken.

2. Publik machen

Der Gedanke geht mir schon lange durch den Kopf, nur wußte ich nicht, wie man das verbreiten kann. Viele sind persönlich Opfer irgendwelcher Missstände. Sie sollen – wichtig: absolut neutral! – ihre Geschichte aufschreiben, in Folie einschweißen und dann irgendwo hinhängen. Vielleicht den Nachbarn fragen, ob man es dort am Gartentor befestigen darf, oder ein Ladengeschäft, das es vielleicht sogar ins Schaufenster hängt oder ans Auto des Freundes… Diese Geschichten sollten anonym und wirklich neutral sein.

Und die Menschen könnten auf dem Weg zur Bushaltestelle oder zum Arzt oder wohin auch immer diese Geschichten lesen. Der Eine oder andere wird sich dann vielleicht persönlich engagieren, damit sich solche Missstände nicht wiederholen können. Aber auch alleine schon das Gefühl, Gehör zu finden, würde vielen Betroffenen helfen können. Ich spreche gerade aus Erfahrung, uns hat man mit einem sterbenden Bruder alleine gelassen, als sich die Krankheit irgendwie auf sein Gehirn auswirkte und er uns als Gefahr für sich selbst und für andere erschien.

Diese Aktion ist allerdings wohl nicht so einfach zu bewerkstelligen. Das ist mir klar. Aber auch die Mitbürger, die kein Internet haben oder sich sonst so informieren können (z. B. unsere Älteren) würden informiert.

 3. Bestimmte Stellen überfordern

Das geht ganz einfach. In jeder Mail, SMS, Brief, Fax, Telefonat, Leserbrief, Internetseite, Anrufbeantwortertext, alles, was abgehört und -gelesen wird, wird folgende Anrede mit eingefügt:

“Sehr geehrte Damen und Herren von BND, NSA und Verfassungsschutz.”

So wären die Spitzel so beschäftigt, daß womöglich das ganze Abhörsystem zusammenbräche.

Vielleicht setzt sich ja wirklich eine meiner Ideen durch und macht unser Land ein klein wenig besser. Denn zwischenzeitlich kenne ich kaum noch jemanden, der Deutschland als sein Land ansieht und nicht vom Weggehen träumt. Das kann aber nicht sein, nicht die Guten dürfen gehen, sondern die Anderen.

Grüße

Carola

Hallo Carola,

vor allem die Aktionsidee “Publik machen” halte ich für überlegenswert! Könntest Du exemplarisch eine Geschichte verfassen? Sie dürfte nicht rein “privat” bleiben, denn an ihr sollen ja politische Missstände gezeigt werden. 

Die Aktionsidee “Bestimmte Stellen überfordern” wäre noch genauer zu überlegen. Überfordert sie Geheimdienste wirklich? Die Spitzel lesen ja mails nur in seltenen Fällen selber. Programme selektieren zunächst an Hand der “Metadaten” des mails (Adressen, Betreff, IP) verdächtige. Auf welche Suchbegriffe dabei geachtet wird, müsste recherchiert werden. Außerdem gibt es ein Risiko: Eines Tages klopft um 5 Uhr früh der Verfassungsschutz  an Deine Tür – oder an die des Empfängers. Das muss berücksichtigt werden.

Kennt jemand genauere Überlegungen zu so einer Aktion?

Harro Honolka


 

29. Juli 2013 – Bei Flugzeuabschiebungen – aufstehen!

Hallo Harro,

stimmt es, dass jeder die Flugzeug-Abschiebung eines Asylbewerbers verhindern kann? Indem er vor dem Start aufsteht, und sich weigert, sich wieder hinzusetzen. Dann darf das Flugzeug angeblich  nicht starten. Unlängst soll so etwas am Frankfurter Flughafen passiert sein. Weiß jemand, welche Konsequenzen das hat (Strafen, Schadensersatz usw.)?

Max Rainer

Hallo Max,

ja, das stimmt! Meldung aus der TAZ vom 10. Juli: Am 20. Juni ist der Kanadier Francois-Xavier Sarrazin (Namen stimmt wirklich!) vor dem Abflug von Berlin-Tegel aufgestanden und hat so die Abschiebung des Asylbewerbers Usman Manir verhindert!

Die Aktion ist allerdings riskant: Die Bundespolizei hat gegen Sarrazin ein Verfahren wegen Ordungswidrigkeit eingeleitet, ihm drohen bis zu 25 000 Euro. Außerdem könnte ein Schadensersatzklage der Fluggesellschaft auf ihn zukommen. Warten wir den Ausgang des Verfahrens ab! Vielleicht wäre auch ein Online-Protestaufruf zu seinen Gunsten gut!

Harro Honolka

9. Agust 2013: Kleiner Hinweis: Es gibt eine Webseite “No Deportation”, die über solche Aktionen auf Flughäfen in formiert.

Sybille A.Mainz


 

25. Juli 2013: Grillparties für die Agrarwende

Lieber Harro Honolka,

das wäre doch ein Plan für das vorletzte August-Wochenende: Sie laden Ihre Freunde zum Grillen ein. Auf den Grill kommen zum Beispiel Bio-Koteletts, Steak vom Bauern des Vertrauens, Tofuwürstchen, Fetakäse oder Sie grillen gleich ganz vegetarisch. Das Beste: Gleichzeitig mit Ihnen werfen tausende Aktive überall im Land ihre Grills gegen Massentierhaltung und Gentechnik an. Es wird Deutschlands größte Grill-Party für eine   ökologischere, bäuerliche Landwirtschaft.

Wir schlagen für die Grill-Aktion nicht zufällig das vorletzte August-Wochenende vor. Am folgenden Samstag, den 31. August haben wir Großes vor: Mit tausenden Menschen wollen wir im niedersächsischen Wietze bei Celle für die Agrarwende demonstrieren. Gemeinsam umzingeln wir Europas größten Schlachthof. Bald sollen hier täglich 430.000 Hühner aus neuen Megaställen geschlachtet werden. Bei der Umzingelung mit dabei: Hunderte Transparente, die auf den Grill-Parties gemalt wurden, solange Schnitzel und Tofuwurst noch garten.

Grillen Sie mit für die Agrarwende! So einfach geht’s:

1. Sie teilen uns mit, an welchem Ort Ihre Party stattfindet. Eine Online-Karte macht dann sichtbar, wie viele Aktionen bundesweit stattfinden.

2. Sie laden Ihre Freundinnen und Freunde ein – nach Hause, an den Badesee oder in einen Park. Jede/r bringt etwas mit.

3. Campact schickt Ihnen ein Paket mit Transparent, Farbe und Pinsel zu – so wird das Transparentemalen ganz einfach.

Sind Sie mit dabei? Na dann los.
Hier gibt es weitere Infos…

Mit unserer bundesweiten Grill-Party und der Demonstration am Schlachthof Wietze wollen wir aufzeigen: Megaställe bedeuten Tierqual. Die anfallende Gülle verseucht unser Trinkwasser und das Kraftfutter stammt aus Monokulturen – ein Großteil ist Gensoja aus Südamerika. Produziert wird billiges Fleisch für den Export, das in Ländern des Südens die lokalen Märkte schädigt. Diese Form der globalisierten Agrarindustrie hat nichts mit bäuerlicher Landwirtschaft zu tun.

Die Bundestagswahl bietet uns die Chance, den nötigen Druck für eine Agrarwende auf eine neue Bundesregierung zu entfalten. Die Zeit für einen Politikwechsel ist so günstig wie nie und die Bewegung für Bauernhöfe statt Agrarfabriken ist gewachsen. Wenn sich Tausende landauf landab an Aktionen gegen Megaställe und Massentierhaltung beteiligen, dann wird eine neue Regierung auf den Protest reagieren.

Herzliche Grüße
Christoph Bautz, Geschäftsführer Campact


 

26. Juli 2013 –  Falschaussagen für Datensammler

Tolles Buch, sehr anregend! Mir ist auch gleich eine Idee für eine neue Aktion gekommen: Normalerweise winkt man ja gleich ab, wenn man auf der Straße angesprochen oder per Telefon angegangen wird, und um ein Interview gebeten wird. Führt doch nur dazu, dass wir als Bürger und als Konsumenten noch durchschaubarer werden.

Wäre es nicht sinnvoller, sich bereitwillig befragen zu lassen, im Interview aber ziemlich falsche Sachen zu sagen? Falsche Angaben zur Person zu geben, falsche politische Meinungen zu äußern oder falsche Angaben zum Konsumverhalten zu machen?

Wenn das Viele täten, würden wir der Meinungsforschung Sand ins Getriebe streuen. Sollte man natürlich nicht machen bei offiziellen Befragungen oder bei Befragungen, deren Ziele man unterstützt. Und vielleicht sollte man nicht zu krass lügen, sonst fällt es den Auswertern auf.

Sebastian Baur

 

Lieber Sebastian,

prima Idee! Man müsste jetzt Kriterien finden, welche Umfragen man sinnvollerweise korrekt beantworten sollte, vielleicht Mikrozensus, bestimmte Umfragen der Gemeinde über Infrastrukturbedarf, Befragungen von NGOs usw.

Weiß jemand, ob man eigentlich juristisch belangt werden kann, wenn es herauskommt, dass man bei gesetzlich vorgeschriebenen Umfragen (z.B. Mikrozensus) bewusst falsche Angaben gemacht hat?

Harro Honolka


27.4.15:

Lieber Herr Honolka,

hier ein weiterer Vorschlag für die Rubrik “Neue Aktionsideen”: Anlässlich des ersten Mai haben wir ein T-Shirt gegen (Jugend-) Arbeitslosigkeit gestaltet. Das Motiv kann kostenfrei heruntergeladen und privat verwendet werden:

“Auf der einen Seite Millionen qualifizierter und hochmotivierter Arbeitssuchender, auf der anderen Unternehmen, die Fachkräfte suchen: Ein außergewöhnliches T-Shirt soll beide Gruppen zusammenbringen. Zum Tag der Arbeit am 1. Mai bieten die Protestonauten ein T-Shirt mit stylischem Design an. “Suche Arbeit” ist auf dem Motiv zu lesen, in sechs verschiedenen Sprachen. Die Schriftzüge bilden eine Weltkugel, über der ein Astronaut schwebt. Das Motiv für das T-Shirt wurde von dem renommierten Illustrator Carsten Mell gestaltet und kann für nichtkommerzielle Zwecke, etwa dem privaten T-Shirt-Druck, kostenfrei heruntergeladen und verwendet werden: http://protestonaut.de/das-t-shirt/.”

Vielleicht auch für Sie eine schöne Geschichte zum 1. Mai? Weitere Infos und Pressefotos sende ich Ihnen im Anhang zu.

Beste Grüße in die bayerische Heimat

Alexander Hauk

24.2.17

Guten Tag,

e geht um eine zu gründene Initiative gegen den Bau einer JVA mit 700 Insassen in einem Dorf von 7.000 EW.

Haben Sie da Erfahrung/ Empfehlungen?

 

Mit freundlichen Grüßen/ kindest regards
Wolf Jochen Schulte-Hillen

 

München, 24.2.17

Lieber Herr Schulte-Hillen,

es ist schwer, ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten einen Rat für Aktionen zu geben. Am Besten, Sie gehen die in meinem Buch beschriebenen Widerstandsaktionen durch und entscheiden, welche für Sie geeignet und stemmbar sind.
Aber eine Idee fällt mir spontan ein: Man könnte im Ort lebensgroße Pappkameraden in Sträflingskleidung aufstellen. Wäre geeignet, um Medienaufmerksamkeit zu bekommen.
Ich wünsche Ihnen Erfolg
Ihr
Harro Honolka