Zum Aufwärmen: Wechseln Sie zu einem nachhaltigen Stromanbieter! (Aktion 1)

Anlass: Der Strommarkt in Deutschland wird von vier großen Stromanbietern beherrscht: Eon, Vattenfall, RWE und EnBW. Dieses Oligopol trägt nicht nur dazu bei, dass die Strompreise hierzulande seit langem (auch schon vor dem Energieeinspeisungsgesetz und der Energiewende) deutlich höher sind als in anderen vergleichbaren Ländern. Es besteht der dringende Verdacht, dass die vier Konzerne ihre Marktmacht nutzen, um die politisch beschlossene Energiewende zu hintertreiben. Wollen Sie das hinnehmen?

Aktion: Gehen Sie auf die Webseite www.atomausstieg-selber-machen.de . Dort finden Sie alle nötigen Informationen über echte Ökostromanbieter, die unabhängig von den großen Stromversorgern arbeiten. Leider ist der Begriff »Ökostrom« nicht gesetzlich defi niert, und dem Strom sieht man es nicht an, wie grün er ist. Auch traditionelle Stromhersteller bieten nämlich Ökostrom an (zum Teil auch über anscheinend unabhängige Tochterfirmen), dessen Herkunft nicht immer leicht durchschaubar ist. Manchmal ist er ein Mix aus regenerativen und alten Stromquellen wie Kohle oder Atomkraft. Beachten Sie also neben den Lieferbedingungen und den Preisen auch die garantierte Herkunft Ihres neuen Stroms. Zertifi zierten, das heißt auf seine Nachhaltig keit von TÜV und Stiftung Warentest geprüften Strom gibt es unter anderen von der Naturstrom AG, der Lichtblick GmbH, dem Elek trizitätswerk Schönau und von Greenpeace Energy. Wenn Sie einen neuen Stromanbieter gefunden haben, führt Sie ein Klick zum Anmeldeformular. Der neue Stromanbieter übernimmt für Sie die ganze Kündigungsprozedur leichter kann man kaum etwas Gutes für die Umwelt unternehmen!
Mit einem Wechsel werden Sie nicht allein sein: 24 Prozent der Deutschen erwägen nach einer Umfrage des ZDF-Politbarometers im November 2012 einen Umstieg zu Ökostromanbietern.

Wirkung: Die landläufige Vorstellung, dass Sie nun Strom beziehen, der direkt aus einer regenerierbaren Quelle wie Wasser, Wind oder Sonne stammt, ist falsch. Entscheidend
ist etwas anderes: Sie zahlen Ihre Stromrechnung nun an einen Unternehmer, der das Geld in erneuerbare Energiequellen investiert. So steigt der Anteil »grünen« Stroms am Gesamtstrom, und Sie leisten Ihren kleinen Beitrag zum Umweltschutz. Außerdem schwächen Sie die Marktmacht der großen Stromkonzerne, die vor allem am Weiterbetrieb ihrer Kohle- und Kernkraftwerke interessiert sind und erst in zweiter Linie – wenn überhaupt – an der Energiewende! Für viele wird ein Wechsel des Stromanbieters auch ein Einstieg in zivilgesellschaftliche Aktionen sein. Verbreiten Sie die Botschaft über Ihren Umstieg im Bekanntenkreis, um sich auf diesem Weg zu binden und zu bestärken!

Aufwand: Gering. Ein Wechsel zu einem nachhaltigeren und energiepolitisch akzeptableren Stromanbieter ist so leicht zu bewerkstelligen und obendrein so marktkonform, dass man fast nicht von einer widerständigen Aktion sprechen
möchte. 2012 machte eine Verordnung des Bundes den Wechsel noch einmal leichter, da die Kündigungsfrist von vier auf zwei Wochen herabgesetzt wurde. Auch an der Stromablesung ändert sich nichts, der örtliche Netzbetreiber übernimmt sie weiterhin. Der Wechsel muss nicht unbedingt teurer kommen. Ökostromanbieter liegen inzwischen etwa in derselben Preisklasse wie die großen Stromanbieter.

Risiken: Null. Ihre Versorgungssicherheit ist selbst für den Fall garantiert, dass ein Ökostromanbieter pleite geht (was bei den oben genannten Ökostromanbietern unwahrscheinlich ist) oder wenn er aus technischen Gründen keinen Strom liefert. Das Energieversorgungsgesetz verpflichtet andere Strom anbieter notfalls einzuspringen.

Spaßfaktor: Nicht übermäßig. Eine gewisse Zufriedenheit, wenigstens ein bisschen für die Umwelt getan zu haben, stellt sich schon ein. Und man kann Bekannte mit gutem Gewissen fragen: »Was, du hast noch keinen Ökostrom, ist doch ganz leicht …«