Fairtrade-Einkauf in Firmenkantinen, Kindergärten oder Schulen einführen (Aktion 38)

Anlass: In Ihrer Firma wird in den Kaffeeautomaten kein Fair trade-Kaffee angeboten; Ihr Kindergarten bevorzugt noch nicht Spielwaren mit Öko- oder Fairtrade-Siegel; in der
Schulkantine Ihrer Kinder gibt es keine nachhaltig produzierten Lebensmittel; Ihre Firma kauft nicht tropenholzfreie Möbel oder Ökopapier. Das muss nicht sein! Zertifizierte,
ökologisch und sozial verträglich hergestellte Produkte sind inzwischen nicht unbedingt teurer als andere.

Aktion: Informieren Sie sich zunächst, was in Ihrer Institution alles eingekauft wird und in welchem finanziellen Umfang. Dann recherchieren Sie für diese Produkte nachhaltige
Alternativen, ihre Preise und Lieferquellen, zum Beispiel in Fair trade-Internetportalen (vergleiche Seite 220 ff.). Beschränken Sie sich zunächst auf wenige, überzeugende Alternativen. Dann gilt es, Unterstützung zu gewinnen. Sprechen Sie zuerst mit Kollegen, Eltern, eventuell auch mit Betriebsräten oder mit Mitarbeitern im Einkauf über das Vorhaben. Sie werden dann nicht nur die Akzeptanz des Projektes samt eventuellen Gegenargumenten besser abschätzen können, sondern auch Verbesserungsideen erhalten und Ihre Überzeugungskünste trainieren. Wenn Sie den Eindruck haben, dass das Projekt ausreichend Unterstützung findet (eine Unterschriftenliste, siehe Aktion 33, könnte das dokumentieren), tragen Sie es schriftlich an die Leitung heran. Auch auf Mitarbeiterbesprechungen oder Jahresversammlungen könnten Sie es vorschlagen.
In der Regel sind es finanzielle Fragen oder bestehende Lieferverträge, die einem baldigen Umstieg von Institutionen auf fairen Einkauf entgegenstehen. Im Falle eines Umstiegs
sollte den bisherigen Lieferfi rmen unbedingt mitgeteilt werden, warum man ihre Produkte nicht mehr kauft.

Wirkung: Dieselbe wie bei Kaufboykotten. Es entsteht über den Einzelhandel ein Druck auf die Herstellerfirmen, stärker auf Nachhaltigkeit und Fairness zu achten. In Schulen
führt der Umstieg auf faire Produkte zu einem Erziehungsprozess. Für die Kinder wird fairer Konsum alltäglich und normal.

Aufwand: Beträchtlich. Man muss recherchieren, andere informieren, auf Sitzungen gehen, Briefe schreiben und einen langen Atem haben.

Risiken: Keine. Es sei denn, Sie gehen so penetrant vor, dass Sie fürderhin als Nervensäge gelten.

Spaßfaktor: Na ja, viel Recherche.