Wehren Sie sich mit Ombudsmännern und -frauen gegen Ungerechtigkeiten (Aktion 13)

Anlass: Die Arroganz der Macht und der Mächtigen hat Menschen zu allen Zeiten in Wut gebracht. Durch die Globalisierung sind Gefühle des Ausgeliefertseins noch verstärkt worden. Umso wichtiger ist es, alle vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen, um sich gegen ungerechte Behandlungen durch Unternehmen und staatliche Instanzen zu wehren. Eine solche Möglichkeit bieten sogenannte Ombudsmänner (so lautet meistens die offizielle Bezeichnung, auch wenn es sich um Frauen handelt). Immer mehr große staatliche wie private Organisationen richten sie ein, um Streitfälle außergerichtlich aus der Welt zu schaffen. Es gibt Ombudsmänner vor allem für Streitfälle mit Banken, Versicherungen, privaten Krankenkassen, Organen der EU, Internetreiseanbietern, Bausparkassen,
Krankenhäusern, selbst mit ausländischen Unternehmen. Bei Beschwerden gegenüber Bundes- und Länderbehörden übernehmen oft Petitionsausschüsse die Funktionen der Ombudsmänner, nur Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben dafür eigene »Bürgerbeauftragte«. Wenn Sie sich also von Behörden oder Firmen ungerecht behandelt fühlen: Wehren Sie sich mithilfe eines Ombudsmanns!

Aktion: Suchen Sie zunächst einen für Ihren Fall zuständigen Ombudsmann. Dabei hilft www.tagesgeld.info/ratgeber/ombudsmaenner/, wo Sie auch Fragen zu Ihrem Fall eingeben können und ersten Rat und Adressen erhalten. Dann nehmen Sie – auch anonym – ersten Kontakt mit dem zuständigen Ombudsmann auf, alle weiteren Schritte
ergeben sich danach. Die Suche nach einem Ombudsmann kann sich schwierig gestalten, da die Zuständigkeiten oft kompliziert sind. So ist bei Problemen mit Kapitalfonds teils der Fondsbeauftragte, teils der Bankenbeauftragte der Ansprechpartner.

Wirkung: Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die sich mit ihren Beschwerden an Ombudsmänner richten, wächst. 2011 gingen beispielsweise über 18 000 Beschwerden beim Ombudsmann für Versicherungen ein, und etwa ein Drittel wurde zugunsten des Versicherungsnehmers entschieden. Allerdings ist die Entscheidung des Ombudsmannes nur für einige Unternehmen bindend, für andere lediglich Empfehlung. Ein weiteres Manko: Es besteht keine Veröffentlichungspflicht für die eingegangenen Beschwerden, was den Verfahren kritische öffentliche Wirkungen nimmt. Dennoch: Wenn viele Bürger die Institution Ombudsmann einschalten, entsteht Gegenmacht, die sonst ausbliebe. Ohne
Ombudsmänner würden viele Bürger Ungerechtigkeiten mangels einschlägigen Know-how und angesichts eines risikoreichen Wegs über Gerichte wohl widerstandslos hinnehmen.

Aufwand: Mittel. Man muss seinen Fall ausführlich schildern, eventuell Belege beibringen und Ausdauer haben. Die Dauer eines Verfahrens ist schwer abschätzbar, idealerweise
sechs Wochen, im schlechten Fall sechs Monate. Auf jeden Fall erspart man sich Anwaltskosten, Ombudsmänner arbeiten für den Beschwerdeführer kostenlos.

Risiken: Keine. Ombudsmänner, in der Regel Rechtsanwälte, unterliegen der Verschwiegenheitspflicht und unterliegen keinen Anweisungen durch die sie bestellende (und finanzierende) Organisation. Sie können Ombudsmänner sogar anonym kontaktieren!

Spaßfaktor: Mäßig, es sei denn, Sie geraten an witzige Ombudsmänner oder -frauen.