Das T-Shirt als politisches Statement (Aktion 16)

Anlass: Die eigene Kleidung, selbst das Tattoo auf der Haut, ist inzwischen zum Vehikel geworden, seine Gruppenzugehörigkeit, seinen Lebensstil oder seine Meinung auszudrücken. Viele Menschen tragen auf T-Shirts Nachdenkliches bis Witziges, sogar Werbeslogans für Unternehmen zur Schau – warum nicht auch ihren politischen Protest?

Aktion: In vielen Copyshops können Sie sich für wenig Geld ein Statement auf ein mitgebrachtes oder dort kaufbares T-Shirt drucken lassen. Bei NGOs lassen sich T-Shirts mit deren Slogans und Symbolen beziehen. Anziehen und losgehen, zum Beispiel auf Partys, wo man über ein witziges oder provozierendes T-Shirt ins Gespräch kommen und seinen Protest näher erläutern kann. Besucht man jemanden, sollte man ein T-Shirt mit passendem Slogan aussuchen, um Andersdenkende herauszufordern. Es liegt also nahe, mehrere T-Shirts mit unterschiedlichen Slogans vorbereitet zu haben. Am Arbeitsplatz darf Kleidung mit politischen Slogans übrigens verboten werden. Die Protestbotschaft auf einem T-Shirt sollte knapp und, da man ein Kleidungsstück ja für einige Zeit tragen will, nicht allzu aktuell sein. Damit sich andere nicht belästigt fühlen, verbieten sich allzu simple Slogans. Grenzwertig wäre etwa »Bundeswehr raus aus Afghanistan!«, so sehr man mit dieser Forderung auch einverstanden sein mag. »Keine Tierversuche! « wäre etwas langweilig. Gut sind Slogans, die etwas rätselhaft sind, zum Nachdenken anregen und eventuell Nachfragen beim Träger veranlassen. «Plastik tötet« geht in diese Richtung. Listig sind kleine eingebaute Fehler, über die man beim Lesen stolpert und die zum Ansprechen einladen, zum Beispiel »Blastik tötet« (»He, Plastik schreibt man mit P!« – und schon kann man sein Anliegen näher erklären). Dezenter sind Buttons oder Aufnäher, beispielsweise die bekannten Logos der sozialen Bewegungen. Eine Antiatomsonne erkennt man auch in Buttongröße von weitem.

 

Wirkung: Menschen beobachten gern Menschen. Ihr Protest wird eher wahrgenommen und wirkt authentischer, wenn Sie ihn auf dem Leib tragen und ihn auf diese Weise
leibhaftig mit Ihrer Person verbinden. Besonders Statements, deren Inhalt in der Öffentlichkeit verdrängt wird, können durch die Verbindung von Text und Person im Alltag geoutet und so normalisiert werden (beispielsweise durch Sportkleidung mit der Aufschrift »Schwule Fitness«).

Aufwand: Gering. Sie verbreiten politischen Protest ohne viel dafür tun zu müssen, das ist ein gutes Verhältnis von Aufwand und Wirkung!

Risiken: Sie outen sich politisch, werden entsprechend abgestempelt, das kann seine Nachteile haben.

Spaßfaktor: Bei witzigen Statements bisweilen hoch, kommt es doch manchmal zu netten Reaktionen. Unter Menschen mit gegenteiliger politischer Gesinnung kann es stressig werden, es sei denn, man provoziert gern.