Protestieren Sie mit Filzstift oder Spraydose (Aktion32)

Anlass: Botschaften, die man an Wände sprüht oder pinselt, müssen naturgemäß kurz sein, viel Information ist nicht übermittelbar. Ein gewisser Informationsgrad der Öffentlichkeit über einen Missstand muss also bereits vorhanden sein, damit Wandparolen sinnvoll sind. Sie sind daher eher geeignet, das öffentliche Vergessen von bereits Bekanntem zu verhindern, als über Neues aufzuklären. Wandparolen wie »Hartz4 = menschenunwürdig« halten beispielsweise die Erinnerung an einen skandalösen Dauerzustand aufrecht, an den wir uns zu gewöhnen drohen. weiterlesen…

Aktion Hundehaufen (Aktion 31)

Anlass: In einigen deutschen Städten markieren Bürger Hundehaufen mit kleinen Fähnchen (zum Teil in den Nationalfarben), um auf das öffentliche Ärgernis aufmerksam zu machen. In der Gemeinde Espenau (Hessen) tun es sogar Gemeindebedienstete im Auftrag des Bürgermeisters. Warum auf solchen Fähnchen nicht auch politische Missstände thematisieren, den Hundehaufen also zur Gewinnung von Auf-
merksamkeit und witzigen Assoziationen benutzen? Ein Fähnchen »Leistung aus Leidenschaft« mit dem Logo der Deutschen Bank auf einem Hundehaufen würde vielfältige Assoziationen auslösen und zur kritischen Demontage des
Slogans beitragen. Etwas für Kommunikationsguerilleros und Anhänger schrägen Humors!
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Hartz-IV-Eingliederungsvereinbarung nicht oder nur unter Vorbehalt unterschreiben (Aktion 30)

Anlass: Die geltenden Regelungen zum Arbeitslosengeld II – besser unter Hartz IV bekannt – ermöglichen kein menschenwürdiges Leben. Das ist inzwischen gewissermaßen amtlich: Einem Urteil der 55. Kammer des Berliner Sozialgerichts aus dem Jahre 2012 ist zu entnehmen, dass die staatlichen Hartz-IV-Leistungen gegen das Grundrecht auf eine menschenwürdige Existenz verstoßen. Für ein reiches Land wie Deutschland, das sich in Artikel 1 seines Grundgesetzes dem Schutz der Menschenwürde verpfl ichtet hat, sind die immer wieder verschärften Hartz-IV-Regelungen beschämend. Und in höchstem Maße ungerecht, zieht man die Milliarden in Betracht, die zur Stützung von Banken ausgegeben wurden! Eine Protesthaltung gegenüber Hartz IV ist moralisch gerechtfertigt! weiterlesen…

Starten Sie Ihre eigene Kampagne im Internet (Aktion 27)

Anlass: Vielleicht haben Sie etwas herausgefunden, was alle wissen sollten. Wie etwa eine Anti-AKW-Gruppe, die recherchiert hat, dass es im Gefolge der Klimaerwärmung in
den AKWs Phillipsburg, Cattenom, Fessenheim zu Blitzüberschwemmungen kommen kann, und die diese Information nun verbreiten und diskutieren will. Oder Sie haben einen
Protestaufruf gegen die Abschiebung eines Asylbewerbers verfasst, für den Sie Unterschriften bekommen möchten. Oder Sie brauchen Spenden oder Mitstreiter für Ihr Protestprojekt. Dann gibt es – Internet-sei-Dank – eine einfache Möglichkeit, Ihr Anliegen schnell zu verbreiten. Die Tageszeitung taz bietet eine Plattform für soziale Bewegungen aller Art (www.bewegung.taz.de), die NGO Greenpeace für Projekte mit Umweltschutzzielen (www.greenaction.de). weiterlesen…

Im Alltag Flagge zeigen (Aktion 26)

Anlass: Jeder hat solche Situationen schon erlebt: Ein Mitreisender im Eisenbahnabteil zieht im Gespräch mit seinem Nachbarn so richtig vom Leder, macht laut abfällige Bemerkungen über faule Hartz-IV-Empfänger, kriminelle Ausländer oder über die Homo-Ehe. Alle Anwesenden schweigen – betreten oder zustimmend. Auch Sie erwidern nichts, wofür Sie sich hinterher schämen. Zu Recht: Meinungshoheit wird nicht nur an Stammtischen hergestellt, sondern überall und jederzeit, beim Essen in der Kantine, an der Theke, bei Besprechungen, selbst in der Sauna. Bleiben solche diskriminierenden Sätze unwidersprochen, gewinnen sie an Salonfähigkeit, und ihr Sprecher hätte einen kleinen Sieg im Kampf um die öffentliche Meinung davongetragen. Es ist Bürgerpflicht, in solchen Situationen Flagge zu zeigen, zumindest wenn Dinge geäußert werden, die nicht in das demokratische Meinungsspektrum passen!

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Konto kündigen und zu einer verantwortungsvollen Bank wechseln (Aktion 23)

Anlass: Viele Banken haben verantwortungslos spekuliert, und die Steuerzahler mussten sie mit Milliardenbeträgen retten. Banken zocken nach wie vor mit riskanten Papieren, spekulieren mit Nahrungsmitteln, machen Geschäfte mit Herstellern international verbotener Streuminen oder investieren in Atomkraft. Fast alle Großbanken vermeiden
mithilfe von Steueroasen Steuern und verstecken üble Geschäfte in Schattenbanken und Zweckgesellschaften. Vielleicht sind Sie wie viele andere auch schon einmal Opfer von unfairen Beratungspraktiken einer Bank geworden, die Ihnen toxische Papiere andrehen wollte oder für Kontoüberziehungen überhöhte Zinsen oder Gebühren verlangte. Kurzum:
Selten haben sich Bürger und selbst Politiker so ohnmächtig gefühlt wie in den vergangenen Jahren. Hier schreit es geradezu nach zivilgesellschaftlichem Widerstand! weiterlesen…

Demnächst im Supermarkt: Einkaufskorb mit unfair hergestellten Waren stehenlassen (Aktion 20)

Anlass: Wie bei Kaufboykotten, siehe Aktion 14.

Aktion: Wenn Sie das nächste Mal im Supermarkt einkaufen, könnten Sie einen Einkaufswagen mit Waren einer kritikwürdigen Firma vollpacken, beispielsweise mit Schokolade- und Kakaoprodukten, und den Korb irgendwo im Supermarkt stehen lassen. Legen Sie ein Blatt Papier mit einer handgeschriebenen Botschaft dazu, zum Beispiel »Müller-Milch zahlt zu wenig Steuern«. Der Supermarktmanager soll ja wissen, warum er die Waren wieder einräumen lassen muss! weiterlesen…

Per Aufkleber protestieren (Aktion 19)

Anlass: Wie beim Kaufboykott. Es geht gegen Unternehmen, die verantwortungslos wirtschaften, zum Beispiel im Zusammenhang mit Kinderarbeit, Umweltzerstörung,
Steuerfl ucht, Hungerlöhnen, Unterdrückung von Gewerkschaften. Da die kleinen Aufkleber nur sehr knappe Informationen tragen können, beispielsweise »enthält 30 Prozent Kinderarbeit«, »0,3 Prozent gehen an die Näherinnen« oder »Genprodukt!«, muss ein gewisser Informationsgrad in der Öffentlichkeit bereits vorhanden sein. Auf völlig neue Probleme wird man per Aufkleber kaum hinweisen können. weiterlesen…

Das T-Shirt als politisches Statement (Aktion 16)

Anlass: Die eigene Kleidung, selbst das Tattoo auf der Haut, ist inzwischen zum Vehikel geworden, seine Gruppenzugehörigkeit, seinen Lebensstil oder seine Meinung auszudrücken. Viele Menschen tragen auf T-Shirts Nachdenkliches bis Witziges, sogar Werbeslogans für Unternehmen zur Schau – warum nicht auch ihren politischen Protest? weiterlesen…

Konsumentenmacht: Nichts von verantwortungslosen Firmen kaufen! (Aktion 14)

Anlass: Wie oft haben Sie schon so etwas gehört und waren empört: Schokolade der Firma X enthält Kakao, der von Kindersklaven geerntet wurde; Y-Milch stammt von Kühen, die Genfutter bekommen; eine Firma hat ihren Sitz in die Schweiz verlegt und vermeidet so in Deutschland Steuern; ein Einzelhandelskonzern bespitzelt seine Mitarbeiter. Ein Unternehmen macht Supergewinne, stellt aber immer mehr schlechtbezahlte Leiharbeiter und Werkvertragler ein. Übel, haben Sie vielleicht gedacht, aber ich kann nichts dagegen tun. Lassen Sie üble Firmen die Macht der Verbraucher
spüren! Wenn Sie boykottieren, kaufen Sie Waren einer verantwortungslosen Firma nicht. Wenn Sie »buy«kottieren, bevorzugen Sie gezielt Waren einer vorbildlichen Firma – und boykottieren damit automatisch die übrigen. Im Grunde ist also immer Boykott dabei. Er ist eine der wichtigsten Aktionen der Zivilgesellschaft, weil er leicht, täglich und massenhaft
ausgeübt werden kann. weiterlesen…